CuCrZr ist ein Werkstoffsystem, kein universeller Eigenschaftssatz
CuCrZr bezeichnet ausscheidungshärtbare Kupfer-Chrom-Zirkonium-Legierungen für Bauteile, die elektrische oder thermische Leitfähigkeit mit Festigkeit, Härte, Maßstabilität und Entfestigungsbeständigkeit verbinden müssen. Das Endergebnis hängt von der genauen Bezeichnung, Zusammensetzung, Produktform, Querschnittsgröße, Fertigungshistorie, dem Werkstoffzustand, der Wärmebehandlung, dem Fügen und den Prüfungen ab.
Behandeln Sie CuCrZr-Spezifikationen nicht als austauschbar. Geben Sie die maßgebende nationale, internationale, Käufer- oder Projektspezifikation sowie die geforderte Produktform an.
Leitfähigkeit und Festigkeit müssen ausgewogen sein
Legieren und Aushärten können die mechanische Leistungsfähigkeit verbessern, verändern jedoch im Allgemeinen die Leitfähigkeit gegenüber handelsüblichem Reinkupfer. Die Leitlinien der Copper Development Association (CDA) behandeln Leitfähigkeit als eine Auswahlgröße, die mit Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit, Umformbarkeit, Temperatur und weiteren Einsatzanforderungen abzugleichen ist.
Für ein Fertigbauteil sind zu definieren:
- Elektrische oder thermische Funktion, Strom, Lastzyklus, Kontaktfläche, Fügezustand, Kühlung und zulässige Temperatur.
- Mechanische Last, Kontaktkraft, Verschleiß, Gleit- oder Klemmbeanspruchung, Schwingungen, Temperaturwechsel und Maßstabilität.
- Geforderte Leitfähigkeit, Festigkeit, Streckgrenzenverhalten, Härte, Dehnung oder andere Abnahmewerte nur, wenn Konstruktion und Spezifikation sie stützen.
- Prüfverfahren, Temperatur, Ort, Orientierung, Probenart und Abnahmegrundlage.
Produktform und Werkstoffzustand sind entscheidend
Datenbanken für Kupferlegierungen führen CuCrZr/C18150-Daten nach konkreten Produktformen und Werkstoffzuständen auf. Ein typischer Wert für Stange, Platte, Band oder einen wärmebehandelten Zustand gilt nicht automatisch für ein großes Schmiedeteil, Gussteil, eine Schweißbaugruppe, ein bearbeitetes Bauteil oder einen anders behandelten Querschnitt.
Spezifizieren Sie:
- Stange, Platte, Schmiedeteil, Knüppel, Ring, Rohr, Band, Gussteil oder eine andere freigegebene Form.
- Ausgangs- und Endzustand des Werkstoffs.
- Querschnittsgröße und eigenschaftskritische Stellen.
- Abfolge von Umformen, Schmieden, Walzen, Strangpressen, Bearbeiten, Schweißen, Hartlöten und Wärmebehandeln.
- Probenahme und Rückverfolgbarkeit zwischen Prüfnachweisen und gelieferten Bauteilen.
Die Wärmebehandlung steuert das Eigenschaftsgleichgewicht
Eine CuCrZr-Prozessfolge kann Lösungsglühen, schnelles Abkühlen oder Abschrecken, gegebenenfalls Kalt- oder Warmumformung und Auslagern umfassen. Genaue Temperaturen, Zeiten, Transfergrenzen, Abkühlpraxis und Auslagerungsparameter hängen von Legierungsnorm, Produktform, Querschnitt, Ausgangszustand, Prozessfolge und Zieleigenschaften ab.
Ein Legierungszeugnis, das die chemische Zusammensetzung bestätigt, weist allein weder den Endzustand noch Leitfähigkeit, Härte, Festigkeit, Maßstabilität, Schweißzustand oder Betriebsverhalten nach.
Anwendungsprüfung
CuCrZr kann für zeichnungsgebundene Kontaktschuhe, Druck- oder Kontaktringe, Elektrodenkomponenten, Kristallisationsräder, Hülsen, Buchsen, Formen und andere leitfähige Bauteile in Betracht kommen. Die Werkstoffbezeichnung allein belegt nicht die Eignung für eine bestimmte Einbauposition.
Prüfen Sie vor der Freigabe die tatsächlichen Schnittstellen, den Strompfad, die Kühlung, den Kontaktdruck, die Bewegung, den Verschleiß, die Fügeverbindungen, den Ofen- oder Linienbetrieb, die Prüfungen und die Instandhaltung.
