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Prüfverfahren für kundenspezifische Kupfer- und Legierungskomponenten

Auswahlhilfe für Werkstoffnachweis, Maß- und Sichtprüfung, ZfP, Druck- und Dichtheitsprüfung sowie Dokumentation kundenspezifischer Kupfer- und Legierungskomponenten.

Veröffentlicht August 27, 2026 Aktualisiert August 27, 2026 3 Min. Lesezeit Von winworth_stage_admin
Kataloge & Downloads Auswahlhilfe für Werkstoffnachweis, Maß- und Sichtprüfung, ZfP, Druck- und Dichtheitsprüfung sowie Dokumentation kundenspezifischer Kupfer- und Legierungskomponenten.

Prüfung nach Risiko und Abnahmebedarf auswählen

Winworth plant die Prüfung kundenspezifischer Kupfer- und Legierungskomponenten anhand der freigegebenen Zeichnung, Werkstoffspezifikation, Fertigungsfolge, Bauteilfunktion und Bestellanforderungen. Ein Prüfverfahren soll eine festgelegte Abnahmefrage beantworten und nicht lediglich eine möglichst lange Prüfliste erzeugen.

Festzulegen sind das zu prüfende Merkmal, die Fertigungsstufe, der Prüfbereich, Probenahme oder Prüfumfang, Verfahren und Anweisung, gegebenenfalls Empfindlichkeit oder Technik, Annahmekriterien, Anwesenheitspunkt, Berichtsformat und Rückverfolgbarkeitsanforderung.

Werkstoffnachweis

Der Werkstoffnachweis kann die Prüfung von Werkstoffzeugnissen und Schmelzen- oder Chargenidentität, chemischer Zusammensetzung, elektrischer Leitfähigkeit, Härte, Sauerstoffgehalt, mechanischen Eigenschaften, Wärmebehandlungsaufzeichnungen oder metallografischen Untersuchungen umfassen, sofern dies technisch anwendbar und bestellt ist.

Die erforderliche Eigenschaft hängt von der genauen Werkstoffsorte, Lieferform, dem Werkstoffzustand, der Prozesshistorie, Probenlage und geltenden Spezifikation ab. Ein Ergebnis an einer Probe oder am Ausgangsmaterial weist nicht automatisch sämtliche Eigenschaften des fertigen Bauteils nach.

Maß- und Sichtprüfung

Für die Maßprüfung können kalibrierte Handmessmittel, Lehren, Schablonen, Koordinatenmesstechnik, Scannen oder Messverfahren für Großbauteile eingesetzt werden. Die Auswahl richtet sich nach Merkmalsgröße, Toleranz, Zugänglichkeit, Oberfläche, Temperatur und erforderlicher Messunsicherheit.

Der Prüfplan soll Bezüge, kritische Maße, Passungen, geometrische Toleranzen, Kontakt- oder Dichtflächen, Kanal- und Anschlusslagen, Berichtspunkte, Probenumfang und die Forderung nach Rohdaten oder einem zusammenfassenden Bericht festlegen. Für die Sichtprüfung sind Oberflächenzustand, Ausführungskriterien, erforderliche Beleuchtung oder Vergrößerung und die Prüfphase vor dem Verdecken der Fläche durch Beschichtung oder Montage zu definieren.

Zerstörungsfreie Prüfung

Die Eindringprüfung (PT) dient dem Nachweis zur Oberfläche offener Unregelmäßigkeiten an geeigneten, nicht porösen Werkstoffen. Sie weist keine unter der Oberfläche liegende Fehlerfreiheit nach; Anzeigen müssen bewertet und anhand eigener Annahmekriterien beurteilt werden. Die Magnetpulverprüfung (MT) ist für Kupfer und die meisten Kupferlegierungen ungeeignet, da sie nicht ferromagnetisch sind.

UT, RT und ET beantworten unterschiedliche Fragestellungen. UT hängt von Geometrie, Oberflächenzustand, Schallweg, Werkstoffgefüge, Kalibrierung und Prüfanweisung ab. RT hängt von Querschnittsgeometrie, Technik, Bildgüte, Zugänglichkeit und Strahlenschutz ab. ET hängt von elektrischer Leitfähigkeit, Geometrie, Frequenz, Sondenzugang, Vergleichskörpern und der gesuchten Unregelmäßigkeit ab.

Die Bestellung muss das anwendbare Verfahren, die Prüfanweisung oder Norm, das geprüfte Volumen oder die Fläche, den Prüfplan, die Technik, Kalibrierung, Personalqualifikation, Aufzeichnung und Annahmekriterien festlegen. Die bloße Nennung eines ZfP-Verfahrens weist dessen Eignung für ein bestimmtes Bauteil nicht nach.

Druck-, Dichtheits- und Funktionsprüfungen

Wassergekühlte oder druckbeaufschlagte Bauteile können hydrostatische, pneumatische, Druckabfall-, Durchfluss-, Durchgangs- oder Helium-Dichtheitsprüfungen erfordern, wenn Konstruktion und Bestellung dies vorsehen. Die verantwortlichen Parteien müssen Prüfmedium, Sauberkeit, Druck oder Vakuum, Temperatur, Haltezeit, zulässige Leckrate, Messtechnik, Sicherheitsmaßnahmen, Trocknung, Konservierung und Annahme festlegen.

Eine Druck- oder Dichtheitsprüfung des Bauteils validiert weder den Auslegungsdruck des Gesamtsystems noch Durchflussverteilung, Kühlleistung, Steuerungen, Verriegelungen, Einbau oder Gebrauchstauglichkeit.

Prüfdokumentation

Die abschließende Dokumentation kann einen Prüf- und Testplan, Werkstoffunterlagen, eine Rückverfolgbarkeitsliste, Maßprotokolle, ZfP-Berichte, Prüfprotokolle, Kalibriernachweise, erforderliche Personalqualifikationsnachweise, Fotografien, Abweichungsfreigaben und ein abschließendes Dokumentenverzeichnis enthalten.

Vor Angebotsabgabe ist zu bestätigen, welche Unterlagen eine Prüfung, Freigabe, einen Haltepunkt, einen Anwesenheitspunkt des Käufers oder die Teilnahme einer dritten Stelle erfordern. Spezialisierte Verfahren oder Laborarbeiten werden auftragsbezogen bestätigt; die Aufzeichnungen müssen die tatsächlich ausführenden und prüfenden Parteien ausweisen.

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